Flamenco

Farruca

Farruca

Farrucos wurden die Asturianer genannt, die in andere Landesteile Spaniens auswanderten, um dort Arbeit und Brot zu finden. So sind einige traditionelle falsetas vielleicht auch asturianischen Ursprungs. Die Farruca, wie wir sie heute kennen, beruht allerdings auf einer Komposition von Ramón Montoya, der Anfang dieses Jahrhunderts zusammen mit dem Tänzer Faico diesen Stil in einem einfachen 2/4-Takt entwickelte. Obwohl immer wieder die uralten Wurzeln des Flamenco in maurischen, jüdischen und zigeunerischen Einflüssen gesucht wird, so kann doch behauptet werden, daß Ramón Montoya derjenige war, der den Flamenco dieses Jahrhunderts wie kein anderer maßgeblich geprägt hat. Bis in die siebziger Jahre hinein wurde sein Stil kopiert, so wie heute die jüngeren Gitarristen dem Einfluß von Paco de Lucía unterliegen. Die Farruca als Solostück ist durch die einfache rhythmische und harmonische Struktur leicht zu spielen und benutzt viele Techniken des klassischen Gitarrenspiels wie arpegios und trémolos. Richtig interessant wird sie aber erst in Verbindung mit dem Tanz, da dieser die Farruca rhythmisch durch die Variation der contras sehr bereichern kann. Tempowechsel und ausdrucksstarke Abschlüsse zeichnen sie aus. Bis vor wenigen Jahren galt die Farruca als reiner Männertanz, da für sie vor allem die langen schnellen und kraftvollen zapateos typisch sind. Heute haben aber auch viele Tänzerinnen die Farruca im Repertoire, tanzen sie aber mit einem immer noch sehr männlichen Habitus, das heißt mit wenigen braceos, langen escobillas und ausschließlich in Hosen.

1 + 2 + 3 + 4 + 1 + 2 + 3 + 4 +
X . . . X . . . X . . . X . . .
Mi7 . . . . . . . Lam . . . . . . .
Mi7 . . . . . . . Lam . . . . . . .
Rem . . . . . . . Lam . . . . . . .
Mi7 . . . . . . . Lam . . . . . . .

Bulería al Golpe

Eine Vorform der Bulería ist die Bulería al Golpe im strengen 3/4-Takt und in der Regel im Moll-Modus. Sie zeichnet sich durch die vielen golpes auf jeweils der zweiten und dritten Zählzeit aus, wodurch die zapateos der Tänzer immitiert werden sollen. Die Bulería al Golpe ist eines der schönsten Solostücke für die Flamencogitarre und sie wird nicht, außer als Teil der Bulería, getanzt oder gesungen.

12 + 1 + 2 + 3 + 4 + 5 + 6 + 7 + 8 + 9 + 10 + 11 +
. . X . X . . . X . X . . . X . X . . . X . X .
Lam . . . . . Mi7 . . . . . Lam . . . . . . . . . . .

Flamenco Palos

Hier gibt es Informationen zu den Palos des Flamenco

Siguiriyas

Die Siguiriya (oft auch Siguirilla geschrieben) ist ein schwermütiges Stück im 12er Rhytmus, wobei der cante auf der acht einsetzt. Die Melodien bauen auf der dorischen Tonleiter auf und es gibt ähnlich wie bei der Soleá ein reichhaltiges Repertoire an falsetas. Besonders eindrucksvoll bei der Siguirya sind die schnellen Temposteigerungen am Ende jeder copla, die in einer llamada endet. Die anschließende Pause bis zur zwölf macht den umgekehrten abrupten Tempowechsel möglich. Gegen Ende des Stückes, in der escobilla, wird die klagende Grundstimmung der Siguiriya zunehmend heiterer und schneller und endet schließlich wie auch alle ihre anderen Teile in einer llamada.

8 + 9 + 10 + 11 + 12 + 1 + 2 + 3 + 4 + 5 + 6 + 7 +
X . . . X . . . X . . . . . X . . . . . X . . .
Rem . . . Do . . . Sib . . . . . La . . . . . . . . .
Rem . . . Do . . . Sib . . . . . La . . . . . . . . .
Rem . . . Do . . . Sib . . . . . Do . . . . . . . . .
Rem . . . Do . . . Sib . . . . . La . . . . . . . . .

Bulerias

Bulería/s

Die Bulería ist ein Stil der sogenannten cantes festeros (Festgesänge). Sie wird im 12er compás gezählt, wobei der Vers auf der 12 beginnt. Meistens spielt man die Bulería im Moll-Modus. Sie ist wegen ihrer Geschwindigkeit von bis zu 240 Schlägen pro Minute einer der schwierigsten Flamenco-Stücke. Compás-Sicherheit und eine gewisse Virtuosität des Gitarristen für die Ausführung der falsetas werden vorausgesetzt. Es gibt verschiedene Formen der Bulería; der gebräuchlichste Stil ist die Bulería de Jerez. Für Sologitarre kann das Repertoire an falsetas und Akkordfolgen aber wie auch bei anderen Spielstücken ohne Berücksichtigung der Herkunft beliebig kombiniert werden. Für die Tanzbegleitung gibt es nicht den streng gegliederten Aufbau, wie er für andere palos im 12-Rhythmus, etwa Soleá oder Alegría üblich ist. Zum einen liegt das wohl daran, daß die Bulería bereits von Anfang an mit hoher Taktfrequenz beginnt und kaum noch steigerbar ist. Entsprechend gibt es auch keine Abschlüsse mit anschliessendem langsamen getragenen Neuanfang. Den Aufbau des Tanzes bestimmt also allein der Gesang und die Choreographie der Tänzer zwischen den einzelnen coplas. Dabei geht die Bulería zeitweise für einige compases in einen einfachen 3/4-Takt über.

12 + 1 + 2 + 3 + 4 + 5 + 6 + 7 + 8 + 9 + 10 + 11 +
X . . . . . X . . . . . X . . . X . . . X . . .
La . . . . . Sib . . . . . Do . . . Sib . . . La . . .