Presse „Don Quijote“

Spanien mit vielen Sinnen erfahren.

Kulturamt lud in den kleinen Saal der Oetkerhalle.

Bielefeld. Literarische und musikalische Genüsse hat man schon öfter auf Veranstaltungen des Bielefelder Kulturamts erlebt. Diesmal kommen auch kulinarische Genüsse hinzu.

Ein Spanischer Abend mit – vom Restaurant La Strada kostenlos aufgetischten – Tapas, Spanischer Literatur und Flamenco. Auf dem Programm steht eine kleine Reise durch spanische Literatur der letzten vier Jahrhunderte, vorgetragen vom Schauspieler Clemens von Ramin und begleitet von Rüdiger Zietz auf der Gitarre.

Fast schon vor handverlesenem Publikum, denn das Fassungsvermögen des kleinen Saales der Oetkerhalle hat sich an diesem Abend beträchtlich reduziert. Die Tische sind mit viel Abstand aufgestellt. Nur elf nicht abgeholte Karten ermöglichen spontanen Besuchern, dabei zu sein. „Spanier sei er nicht“, gesteht Clemens von Ramin gleich vorab.
Aber er ist getrieben von seiner Liebe zum Wort, hat sich in den letzten Jahren nur noch mit Literatur beschäftigt und kommt somit auch an der Spaniischen Literatur nicht vorbei. Seine Auswahl von Texten, die einen Querschnitt spanischer Dichtkunst geben sollen, vermittelt Einblick in iberisches Denken und Fühlen. Texte von zarter Schönheit, mildem Sarkasmus, surrealistischen Betrachhtungen, dem Hang zu Hochstapelei oder einfach Lebensweissheiten vermittelnd – all dies findet sich in seinem Programm.

Gitarrist Rüdiger Zietz hat die spanische Musik in sich aufgesogen. Erst vor einer Woche war er mit seinem Ensemble „Gota de Fuego“ in der Neuen Schmiede zu Gast. Spanische Literatur mit Musik zu kombinieren, bietet sich förmlich an. Der zu den beedeutendsten spanischen Autooren des 20. Jahrhunderts zählende Federico Garcia Lorca galt auch als guter Musiker und improvisierte gern auf der Gitarre. In seinem Gedicht die Gitarre“ beschreibt Garcia Lorca den Rhythmus mit fünf Betonungen im Zwölfertakt der dem „Canto Jondo“ innewohnt. Rezitation und Gitarrenspiel verschwimmmen beim Vortrag dieses Geedichts regelrecht ineinander.

Spannungsbögen der Rezitationen mit Gitarrenklang unterstützen oder musikalische Echos auf Gedichte und Texte folgen zu lassen, damit glänzt Rüdiger Zietz und passt mit seinem Spiel vollkommen zum knapp-prägnanten Rezitationsstil Clemens von Ramins. Unter den weiteren bekannten und weniger bekannnten Autoren, deren Texte im ersten Teil dieses Abends vorgestellt werden, finden sich der Literaturnobelpreisträger Juan Ramon Jimenez, Ramon Gomez de la Serna, Manue1 Vargas. „Willst Du Güter und Ehre gewinnen, statt prahlen und schlafen, musst Du das Werk beginnen“, dieser Satz, der die Fabel vom Hasen und der Schildkröte resümiert, erhält vom ostwestfäliischen Publikum den größten Szenenapplaus.

Nach ausgiebigem Essen und Trinken folgen im zweiten Teil Szenen aus Miguel de Cervantes y Saavedras vieldeutigem, 1605 herausgebrachtem Roman Don Quijote. Rüdiger Zietz wird in seinem Gitarrenspiel nun programmatisch-illustrativer, Clemens von Ramin taucht in seinem Vortrag mehr in die Rollen der Romanfiguren ein.

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