Eine Reise ins Herz des Flamenco

Andalusische Klänge im Campus: Das Gitarrenduo Gota de Fuego
kommt nicht ohne drei Zugaben von der Bühne.

VON Sonja Bernecker

Kempen. Eine Reise durch die Geschichte des Flamenco hatte das Gitarristen-Duo Gota de fuego für den Montagabend angekündigt und damit nicht zuviel versprochen.

Im Rahmen der Kempener Reihe „Klangkosmos Weltmusik“ beeindruckten
Antonio Vito und Rüdiger Zietz in der gut besuchten Paterskirche mit virtuosem
Gitarrenspiel.Dabei stellen sie verschiedene Stilrichtungen der spanischen
Traditions-Musik vor.
Auf den schwungvollen Beginn mit einem Solo des gebührtigen Kaliforniers Vito folgte eine
bunte Auswahl an Flamenco-Stücken, von heiteren Tänzen aus Sevilla bis hin zu
melancholischen Balladen über Granada. Zwischendurch gaben die seit zwölf Jahren
zusammenspielenden Künstler kurze Informationen über die Facetten des Flamenco.
„Flamenco ist anders“, brachte es Rüdiger Zietz auf den Punkt. Was als Tango beginnt, endet
möglicherweise las Rumba, und eine „Alegria“, eigentlich Innenbegriff der Fröhlichkeit, kann
durchaus einen schwermütig klingenden Anfang haben. Die unterschiedlichen kulturellen
Einflüße, etwa indische und maurische, die den Flamenco prägen, tragen zu der Vielfalt der
Stile bei.
Einen Eindruck von den Inhalten des Flamenco bekam das Publikum durch den Vortrag zweier
Gedichte des spanischen Nationaldichters Federico Garcia Lorca. Der flamencobegeisterte
Autor nannte die Gitarre ein „Herz, das von fünf Schwertern durchbohrt wurde“, und mit
ähnlich viel Herzblut wurden die Gedichte von Antonio Vito musikalisch untermahlt.

Auch die Zuhörer konnten dem Flamenco ihr Herz nicht verschließen: Beeindruckt von dem
präzisen, teilweise schwindelerregend schnellen Spiel der beiden Gitarritsen steigerte sich der
frenetische Applaus von Stück zu Stück.

So ließ man das sympatische Duo, das sich sichtlich über die Begeisterung des Publikums
freute, erst nach der dritten Zugabe endgültig von der Bühne.

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