Flamenco pur als Tanz auf den Gitarrensaiten

Duo „Gota de Fuego“ in der Bleckkirche

„Flamenco puro“ steht auf der Eintrittskarte zu diesem Konzert der Reihe
„Klangkosmos Weltmusik“, direkt unter dem Projektnamen der beiden Künstler.
„Gota de Fuego“ nennt sich das Hamburger Duo. „Feuertropfen heißt das übersetzt.
Und so ein Titel impliziert natürlich überbordende Leidenschaft und Ausgelassenheit.

Genau das, verbunden natürlich mit Tanz, erwartete wohl eine Gruppe potenzieller Besucher
dieses Konzertes, die dann aber enttäuscht abzog, als sie von Pfarrer Thomas Schöps erfuhr,
dass es „nur“ zwei Gitarristen zu hören geben würde.

„Gota de Fuego“ setzen eben auf einen konzertanten und intimen Flamenco. Es gibt keine rhythmischen
„palmas“, die geklatscht werden, kaum Fußstampfen und vor allem kein uherwirbelnder Schweiß
von sich majestätisch bewegenden Tänzern.

Eine große Vielfalt bot das Duo dennoch. Durch zahlreiche Variationen der an die 50 existierenden verschiedenen Flamenco-Richtungen spielten sich Rüdiger Zietz und Antonio Vito. Mit Eleganz, rhythmisch feinen Abstufungen, ausbalancierten Wechselspiel von Begleitung und Stimmführung und ogtmals ansteigender Dynamik in den fast ausschließlich selbst komponierten Sevillanas, Guajiras, Rondenas und Rumbas.
führung des anderen, verwoben die beiden Gitarrenstimmen zu leichtfüßigen Tänzen auf den Saiten.

Und ließen dabei einige der so unterschiedlichen Einflüsse aus aller Welt, die im Flamenco stecken, hörbar werden. Ein hörbares Konzert – auch ohne Tanz und extrovertierte Emotionen.

11.10.2006, WAZ, Gelsenkirchen

Autor: chr

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